St. Marien Basel

Wir alle haben eine Mission

„Ite! Missa est!“ lauten die Schlussworte jeder Messe auf lateinisch. Zu Deutsch: „Geht! Es ist ausgesandt!“ was sagen möchte: „Du bist ausgesandt!“ Was der ganzen Eucharistiefeier den Namen gegeben hat, sind diese letzten Worte: „Missa“ zu Deutsch „Messe“. Diese Worte bezeichnen den Sinn und das Ziel der Eucharistiefeier. Sie bezeichnen die Absicht, die all unser Bitten, Beten und Singen in der wichtigsten kirchlichen Feier hat. Das Ziel all unserer Hinwendung zu Gott, all unsere Umkehr zu Gott, jedes Neubeginns ist: „Wir sind ausgesandt“. Damit das, was wir miteinander gefeiert haben – d.h. die Nähe und Zuwendung Gottes zu den Menschen – nicht einfach eine fromme in sich abgeschlossene Feier für ein paar wenige Auserwählte bleibt, sondern Auswirkungen hat auf die Welt, in der wir leben. Wir haben eine Mission!

Papst Franziskus hat diesen Monat Oktober, den traditionellen Monat der Weltmission, zum aussergewöhnlichen Monat der Mission erklärt, weil er prophetisch wahrgenommen hat, was für die ganze Kirche weltweit gilt: Wir müssen neu Sinn und Ziel unseres christlichen Lebens ins Bewusstsein rufen. Gerade in Europa haben wir das verlernt, weil es uns ja gut geht und weil wir alles zu haben meinen, sind wir auf dem besten Weg dazu, ja wir sind daran, alles zu verlieren!

Noch vor 30 Jahren riefen einige „prophetische“ Stimmen an der ersten europäischen ökumenischen Versammlung die „Mission“ der Christenheit in Erinnerung: Das Leitwort „Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ ist heute aktueller den je. Es ist nicht nur die „Mission“ einer Greta Thunberg, die die Welt bewegt. Es ist in einem noch viel umfassenderen Sinn die Mission von uns allen. In jeder Messe bekommen wir die Kraft dazu.

 Pfarrer Makrus Brun